In der ZDF-Sendung „Was nun, Frau Baerbock“ versuchen die Moderatoren Peter Frey und Bettina Schausten die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock auf klare Statements festzunageln. Die ist gleichzeitig bemüht, nicht als Verbotspolitikerin aufzutreten und macht es den Moderatoren so nicht leicht.
Es solle nicht „zu blumig“ werden, sagt Schausten zum Auftakt des Interview. Annalena Baerbock soll im TV Stellung beziehen zum Tempo 130 und künftige Flugreisen – doch sie bleibt oft schwammig.
Für Annalena Baerbock scheint Tempo 130 keine Priorität zu haben
Wo müssen Menschen sich für den Klimaschutz einschränken oder gar verzichten, wenn die Grünen an die Macht kommen? Ein generelles Tempolimit 130 auf Autobahnen scheint nicht zwingend dazuzugehören.
In der ZDF-Sendung erklärt die Politikerin: „Dafür treten wir an, aber es ist nur ein kleiner Beitrag zum Klimaschutz.“ Man müsse mit anderen Parteien Verhandlungen führen und da gehöre auch das Tempolimit auf den Tisch, jedoch habe ihre Partei noch „viele andere Klimaschutzmaßnahmen“. Mit anderen Worten: Das Tempo 130 ist Verhandlungsmasse bei möglichen Gesprächen mit Union und FDP.
Am Beispiel Flugreisen versuchen Frey und Schausten dann von Baerbock (>> mehr über ihr Privatleben) Klartext zu hören, wo sich Menschen einschränken müssen. Doch richtig gelingt das nicht. Es gehe um „Verzicht auf die Dinge, die dem Wohlstand von allen Menschen nicht gut tun, sondern die dem Schaden zufügen“, erklärt Baerbock recht unverbindlich.
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Annalena Baerbock über Flugreisen: „Jeder kann Urlaub machen, wo er will“
Auf Nachfrage, ob man dann nur noch einmal pro Jahr eine günstige Flugreise nach Mallorca machen dürfe und damit mehr Flugreisen nur noch etwas für Reiche werden, die sich mehr leisten können, widerspricht Baerock. Sie wolle „keine neue soziale Spaltung“, deswegen werde es mit ihr als Kanzlerin keine Beschränkung der Zahl von Flugreisen im Jahr geben. „Jeder kann Urlaub machen, wo er will.“
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Aber Baerbock sagt auch: Der globale Flugverkehr müsse beschränkt werden
Gleichzeitig jedoch erklärt die Grüne, dass der „globale Flugverkehr insgesamt“ beschränkt werden müsse. Es sei ein Fehler, dass der Flugverkehr bislang in den internationalen Klimaschutzabkommen nicht einbezogen wurde. „Corona hat ja auch gezeigt: wir können weltweit weiter im Kontakt sein, wenn der Flugverkehr nicht weiter nach oben steigt.“
Welche Auswirkungen dann wiederum die Aufnahme des Flugverkehrs in internationale Klimaschutz-Abkommen für Urlauber auch hierzulande hätte, bleibt somit offen. Bei einer Begrenzung des globalen Flug-Angebots wäre bei gleichbleibender Nachfrage ein Anstieg der Flugpreise zu erwarten.
Die ganze Sendung „Was nun, Frau Baerbock“ kannst du hier in der ZDF-Mediathek sehen.